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New York | Auf dem Fahrrad entdecken

Reisereportage von

Nils Junker Fotos & Text
Benjamin Redeleit Fotos & Text

Themen

The boys in town

Wenn Nils und ich ausnahmsweise mal gleichzeitig auf Reisen gehen, scheinen sich die notwendigen Dinge, die im Vorfeld noch zu erledigen sind, zu vervielfachen. Nach einer turbulenten Arbeitswoche wurden schnell die Koffer gepackt und ab ging es in den Flieger. Ein langer Flug und einige Filme später waren wir endlich am Ziel. New York empfing uns mit der entspannten Gelassenheit einer Großstadt in der schon fast alles passiert ist und fast alles möglich zu sein scheint.
Per Taxi fuhren wir mit einem Turban tragenden Sikh quer durch die Stadt bis nach Williamsburg-Brooklyn zu unserer Unterkunft in der Berry St. Eine Loftetage der extravaganten Art sollte für die nächsten 8 Tage unser Zuhause sein.

Wir wollten uns von New York inspirieren lassen, einige Orte besuchen, die wir im Vorfeld recherchiert hatten, freie Fotostrecken produzieren und die Stadt so echt und nah wie möglich erleben – also per Fahrrad. Der erste Rundgang am Abend auf das Hausdach und durch unseren Block gab uns einen stimmungsvollen Vorgeschmack auf die nächsten Tage in dieser einzigartigen Stadt.

Good morning New York

Schön, wenn sich der Jetlag primär darin äußert, dass man einfach nur sehr früh wach wird. Die ersten drei Tage unserer Reise waren beeindruckend lang und wir konnten unser Glück kaum fassen, jeden Tag von ganz allein schon um 04.30 Uhr putzmunter zu sein. Einziger Wermutstropfen waren somit nur die späten Öffnungszeiten unseres Frühstückscafés … dafür hatten wir Zeit im Überfluss.

Unsere Loftwohnung wurde von zwei exzentrischen Frauen bewohnt, die gefühlt über zwei Jahrhunderte Zeitgeschichte in Form von Mobiliar und ausgefallensten Gegenständen sammelten. Auf den ersten Blick wirkte es willkürlich angeordnet, auf den zweiten Blick perfekt arrangiert. Kein Morgen verging ohne die Entdeckung absoluter Raritäten. Wer kann schon sagen seine morgendliche Dusche in einer Badewanne aus dem 19. Jahrhundert, unter der Beobachtung eines ausgestopften Greifvogels behangen mit Schmuck aus den Zwanzigern, zu nehmen …

Let's take a ride

Es ist schon sehr echt und nah mit dem Fahrrad durch diese Stadt zu fahren. Für Autofahrer sind Radfahrer hier wohl eher ein lästiges Übel welches gefälligst aus dem Weg zu springen hat wenn es zur direkten Begegnung kommt. Allerdings entwickelt man als passionierter Biker recht schnell seine Sinne, welche einem das Überleben sichern.
Die Stadt ist riesig und mit dem Fahrrad kann man auch in einer guten Woche nicht alle Ecken erkunden. In jedem Fall ist man mittendrin und entdeckt Orte und Plätze welche einem im Auto definitiv entgehen würden.

Hello Bushwick

Der Stadtteil Bushwick ist in den acht Tagen definitiv einer unserer Lieblingsorte geworden. So viel anspruchsvolle Streetart, gepaart mit dem etwas morbiden Charme heruntergekommener Fabrik- und Wohngebäude war für uns als Fotografen genau der richtige Ort zum Stöbern und Entdecken – denn hinter manch einer heruntergekommenen Fassade verbarg sich eine Boutique oder ein feines Restaurant. Cooler Trend und Gentrifizierung liegen hier ziemlich nah beieinander. Es ist in New York wohl nur eine Frage der Zeit bis aus einem kreativem Viertel der nächste angesagte Stadtteil wird.

Little Odessa

Die Vorstellung, dass eine Stadt wie New York so nah am Meer liegt, hatte bei uns zu der Annahme geführt die Strandkultur müsste einzigartig sein. Ist sie auch aber ganz anders als erwartet. Unser Ziel Coney Island war eine kleine Überraschung. Riesige Wohnblocks ermöglichen die Sicht auf das Meer erst wenn man unmittelbar davor steht. Und bevor man den ersten Fuss in den Sand setzt, muss man sich durch einen gigantischen Vergnügungspark hindurch finden. Das gesamte Areal schien sich in einer Art Winterschlaf zu befinden, denn alles hatte geschlossen. Das Wort Endzeitstimmung beschreibt wohl am ehesten unseren ersten Eindruck.
Im Laufe des Vormittages füllte sich die mit Holzbohlen ausgelegte Promenade mit Menschen. Mit Erstaunen stellten wir fest hier wird nicht englisch sondern russisch gesprochen.

China Town

Wenn es etwas gibt was diese Stadt in gewisser Weise charakterisiert, dann glaube ich, ist es die kulturelle Vielfalt der unterschiedlichen Nationalitäten der Menschen die hier leben. Der Mix aus Sprachen, Kulturen, Religionen und verschiedenen Lebensentwürfen an einem Ort komprimiert, schafft eine einzigartige Stimmung. Bestimmt oft auch Brennpunkte aber mehr als das ist es der kulturbezogene Mikrokosmos der Menschen, der einem erlaubt in faszinierende Welten einzutauchen ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Manchmal ist es einfach die nächste Straße und dann hat man den Sprung von China Town nach Little Italy gemacht.

Uptown Manhattan...

Den Puls der Stadt spürt man in Manhattan deutlich. Massen von Menschen strömen durch die Häuserschluchten, es ist hektisch, laut und teuer. Das kreative Herz dieser Stadt liegt für uns eindeutig in Stadtteilen wie Brooklyn, Williamsburg oder Bushwick auch wenn die City faszinierend ist. Weithin sichtbar ragen Hochhäuser zwischen den Flüssen empor und prägen das Stadtbild, die Arbeit und das Zusammenleben auf engstem Raum.

Manhattan ist definitiv der Ort an dem Fahrradfahren nicht ganz so viel Spaß gemacht hat. Man muss schon ein bisschen verrückt sein um auf der Fifth Avenue frei von Angst zu radeln …

Home sweet home

Acht Tage in einer Stadt können einem als lang erscheinen aber von New York hast Du trotzdem mit Sicherheit nur einen kleinen Teil erkunden können. Die Dimensionen sind einfach andere als z.B. in Hamburg oder Berlin.
Was uns aufgefallen ist, ist wie stilvoll, mit welcher Kreativität und hohem Anspruch Ideen und Konzepte verwirklicht werden. Egal ob ausgefallene Boutiquen und Läden, feine Cafés und Restaurants oder noble Hotels – die Individualität zählt und dass man seinen Stil authentisch lebt.

Mit diesem Eindruck, tausend neuen Ideen und hochmotiviert was unsere kreative Arbeit betrifft, haben wir New York wieder verlassen. Unsere Euphorie wurde nur in London noch mal etwas gebremst, mit tausenden Menschen auf engstem Raum über Stunden durch diverse Sicherheitsschleusen geschleust zu werden fühlt sich alles andere als sicher an. Und ganz im Sinne der Sicherheit hat Nils seinen Koffer erst drei Tage nach unserer Ankunft in Lüneburg zurückerhalten. Er hat Retro-Einmachgläser geschmuggelt aus denen in New York in jeder angesagten Kneipe Bier getrunken wird.

Cheers!

Ăśber die Autoren

Nils Junker Kreativ Direktion + stellv. Geschäftsführung

Nils ist Geschäftsführer + Kreativ Direktor bei Redeleit und Junker. Wenn ihr mehr über Nils und seine Arbeit bei Redeleit und Junker erfahren möchtet, nehmt gerne Kontakt mit uns auf und lernt unsere Agentur kennen!

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Benjamin Redeleit Geschäftsführung, Kreation + Strategie

Benjamin ist Geschäftsführer bei Redeleit und Junker mit Expertise in den Bereichen Kreation und Strategie. Wenn ihr mehr über Benjamin und seine Arbeit bei Redeleit und Junker erfahren möchten nehmt gerne Kontakt mit uns auf und lernt unsere Agentur kennen!

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