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Reuse, Reduce, Recycle – Verpackungsdesign neu denken

Nachhaltiges Verpackungsdesign für Smoothies, von der Packaging Design Agentur Redeleit und Junker

Ein Bericht von

Finn Naujoks Art Direktion + Markenentwicklung

Themen

Unternehmen und Agenturen müssen beim Verpackungsdesign umdenken – nachhaltig.

Unsere Rohstoffe sind endlich! Offenbar scheinen das inzwischen nicht nur ein paar „Spinner“ zu verstehen, sondern dank medialem Interesse auch ein Großteil der Bevölkerung. Selbst, wenn dem nicht so sei, gibt es keinen Grund mit der Wegwerfmentalität vergangener Generationen Schritt zu halten. Es wurden seit Menschengedenken niemals zuvor so viele Rohstoffe, wie in den letzten Jahren, verbraucht. Angefangen mit der Industrialisierung, bis zur heutigen Konsumgesellschaft, nie wurde soviel geschaffen, was nicht zurückgeführt werden konnte. Einen großen Teil dazu tragen auch Verpackungen bei. Denn was früher noch selbst hergestellt und direkt beim Handwerker oder im Fachgeschäft erstanden wurde, muss heute für optimale Lagerung und Logistik bis hin zum Versandhandel verpackt werden. Das wir so Ressourcen verschwenden ist offensichtlich – das zu ändern ist schwierig. Dem Konsumenten bleiben wenig Alternativen.

Möglichkeiten für Konsumenten im Alltag

  • Direkt beim Hersteller einkaufen – dafür sind wir vom Supermarkt zu verwöhnt.
  • Fachhandel – Gute Option, aber wo gibt es den noch?
  • Unverpackt einkaufen – im Alltag oft zu langwierig und auch nur selten verfügbar.

Verpasste Chancen im Packaging Design

Viele Produkte, die nicht zu Lebensmitteln zählen, stammen aus Übersee und so entstehen Anforderungen an Logistik, Distribution, an das Produkt und damit die Umverpackung.
Um so wichtiger, dass Hersteller und aber auch Designer, schon bei der Produktentwicklung, diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit zuschreiben, denn hier kann am Kern etwas verbessert werden. Spannend hierzu auch dieser planet:e Beitrag „Eine Welt ohne Müll“.

Plastikfreie Verpackungen waren oft nicht recyclingfähig

Im Jahr 2018 ging es viel um plastikfreie Verpackungen. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd und auch nie ganz verstanden worden. Entstanden sind Verbundstoffe, die einen nachhaltigen Anschein erwecken, zum Beispiel durch Papieroberflächen, doch – um das Produkt vor Fremdeinwirkungen zu schützen – eine kaschierte Polymerfolie oder ähnliche Barriere aufweisen.
Bei solchen Produkten ist nichts gewonnen, sondern noch viel mehr verloren als zuvor – ganz gleich ob Papier oder Polymer, denn dieses neue Verbundmaterial ist NICHT mehr recyclingfähig. Der Aufwand Kunststoff von Papier zu trennen steht nicht mehr in einem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Es entsteht schlichtweg Restmüll, der verbrannt wird und damit ein verlorener Rohstoff ist – in diesem Fall Polymer UND Cellulosefaser.

Nachhaltiges Verpackungsdesign von Mitarbeitern der Packaging Agentur Redeleit und Junker

Vier Beispiele für nachhaltiges Verpackungsdesign 

  • Glas statt Plastik
  • Eierkarton 2.0
  • Zweitnutzung
  • Farbe

Nachfolgend erklären wir die vier Beispiele für nachhaltiges Verpackungsdesign ausführlicher.

Glas statt Plastik

Gerade in der Getränke-Industrie im höheren Preissegment bieten Glasflaschen, ob Mehr- oder Einweg eine echte Alternative zu Kunststoffflaschen. Wenn auch im Produkt teurer, ist der Konsument bei konsequenter Umsetzung und entsprechendem Design durchaus bereit höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Auch klassische Haushalts- und Industriegläser wie z.B. von „Weck“ finden sich immer häufiger in Supermarktregalen. Hier nutzen die Kunden die Gläser häufig selbst wieder, um daraus einen ganz eigenen Nutzen zu generieren. Wer dazu noch Ideen für eine Zweitnutzung der Produktverpackung mitliefert, unterstreicht seine nachhaltige Positionierung.

Eierkarton 2.0

Recycling Pappe ist nicht neu. Der Vorteil an „Eierkarton“ ist, dass auch bereits recycelte Faser sich in viele individuelle Formen pressen lässt. Ein Umstand der Polymere, also Plastik, so attraktiv macht ist ihre individuelle Formgestaltung. Doch dies ist heute technisch auch mit gepresster Naturfaser möglich. So kann die Formgebung aus Pappe gestaltet und der Plastikanteil der Verpackung auf das nötigste reduziert werden: ressourcenschonender, optimal trennbar und damit wiederverwendbar.

Zweitnutzung

Heute dürfen solche Verpackungen gerne stilsicher sein und den Lebensstil des Konsumenten widerspiegeln. So gibt es schöne Flaschen, Karaffen und andere Behälter die sicherlich eine Zweitnutzung anstreben – oder sogar wieder mit Ihrem Ursprungsprodukt gefüllt werden. Hier zählt einfach Wertigkeit – ein Umstand den wir auch bei Printprodukten und Werbeartikeln feststellen. Etwas hochwertiges ist einfach „zu schön, zum wegwerfen“.

Farbe

Wir haben im Rahmen unserer Printreihe im Jahr 2018 schon viel darüber gesprochen: Druckfarbe und -verfahren. Denn jedes Packaging ist auch immer ein Druckprodukt und somit kann man, wie bei anderen Druckprodukten auch, hier einen echten Unterschied machen. Angefangen bei der Farbe selbst. So kann man nahezu Alles auch mit natürlichen Farben bedrucken – wir haben hierzu im letzten Jahr Erfahrungen mit www.dieumweltdruckerei.de gesammelt. Verwende ich beispielsweise nur eine Farbe so spart das, neben Energie in der Herstellung, auch Kosten. Mit Direktbedruckung lassen sich beispielsweise Folgekosten und Ressourcen einsparen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Lemonaid, die es geschafft haben Ihre Mehrwegflaschen in allen Kategorien Nachhaltig zu gestalten.

Gemeinsam können wir vieles im Packaging Design verbessern

Aus diesem neuen Wissen heraus liegt nun die Chance für echte Nachhaltigkeit im Verpackungsdesign in allen Facetten. Ich wollte an dieser Stelle ein paar Denkanstöße geben. Jede noch so kleine Veränderung hat in unserer heutigen Konsumgesellschaft eine Auswirkung. Positiv wie negativ. Und wir, die Dinge schaffen, ob als Produzent oder Gestalter können dazu beitragen, dass unsere Welt zumindest in kleinen Teilen nachhaltiger wird.

Wir sind also noch nicht ganz verloren – nur muss uns klar sein, dass wir als Agenturen und Unternehmen mit unserem Verhalten in Design und Produktion auch Verantwortung nehmen müssen.

Welche Möglichkeiten im Verpackungsdesign nutzt oder plant ihr?

Als Agentur für Kommunikationsdesign und Markenentwicklung unterstützen wir täglich Unternehmen bei der der Konzeption und Gestaltung von Verpackungen.

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Über die Autoren

Finn Naujoks Art Direktion + Markenentwicklung

Finn ist in der Art Direktion bei Redeleit und Junker tätig mit Expertise in Markenentwicklung. Wenn ihr mehr über Finn und seine Arbeit bei Redeleit und Junker erfahren möchtet, nehmt gerne Kontakt mit uns auf und lernt unsere Agentur kennen!

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