Myanmar – Part 2

Im Land der goldenen Pagoden
Von Mrauk U bis zum Ngapali-Beach

Fotos: Nils Junker
Text: Nils Junker
 

Stadt am Wasser – Sittwe

Nach einigen Tagen der Reise sind wir in Sittwe angekommen. Eine Hafenstadt nicht weit entfernt vom benachbarten Bangladesch. Von hier aus soll uns ein Boot über das Delta bis nach Mrauk-U bringen. Hier herrscht eine ganz andere Atmosphäre. In der Vergangenheit war Sittwe unter anderem britischer Umschlagplatz von diversen Waren wie z.B. Reis. Heute ist Sittwe ein Schmelztiegel aus verschiedenen Ethnien und immer wieder Ausgangspunkt von Konflikten. Da unser Boot erst am nächsten Tag starten sollte, nutzten wir die Gelegenheit uns ein Bild dieser zwiespältigen Stadt zu machen.

Waren unsere Eindrücke bisher geprägt durch die Schönheit der Menschen, der Natur und dem Unbekannten, so bringt mich Sittwe zurück auf den Boden der politischen Tatsachen. Ich habe mich wie so häufig auf meinen frühmorgendlichen Streifzug begeben und stehe nun mitten in den Slums direkt am Strand. Es stinkt, Unrat, Abfälle und Exkremente verursachen in mir ein beklemmendes Gefühl. Das ist eine Armut, die ich bisher nicht kannte. Ich komme mir so fremd vor und wie ein Eindringling in eine andere Welt. Kinder tollen um mich herum, und ich denke über ihre Zukunft nach.

Fischerboote Strand Myanmar Fotostory von Redeleit und Junker
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Männer Sonnenuntergang Strand Fischerboote Fotostory von Redeleit und Junker Junge zwei Fische Strand Fotostory von Redeleit und Junker
Palmen Häuser Fotostory von Redeleit und Junker - Kinder und Hütten
Kind ruht sich aus Fotostory von Redeleit und Junker
Männer und Frauen auf Fahrrädern Fotostory von Redeleit und Junker
Straßenverkehr in Burma Fotostory von Redeleit und Junker
Kind im Wasser in Burma Fotostory von Redeleit und Junker
Boote Fluss Fotostory von Redeleit und Junker

Der glückseelige Ort – Mrauk-U

Am nächsten Morgen beginnt unsere ganztägige Bootsfahrt stromaufwärts nach Mrauk-U. Ursprünglich und weitgehend unberührt vom üblichen Tourismus wurden wir überschwänglich begrüßt. Uns war es unangenehm, so im Mittelpunkt zu stehen und allein durch unsere Anwesenheit derart die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. Wir wussten nicht so richtig, wie wir uns verhalten sollten, denn jede Geste und Bewegung löste Begeisterung aus.

Mrauk-U zählt zu den alten, geschichtsträchtigen Orten des Landes. So hat es heute zwar seine Bedeutung als Handelsposten verloren, bietet aber noch immer ein Vielzahl an Tempelanlagen. Der dörfliche Charakter prägt das Bild des Ortes. Vielleicht erschien uns dieser Ort aufgrund seiner Abgeschiedenheit als einer der glückseligsten unserer Reise. Heile Natur, gute eigene Lebensmittelversorgung und weitestgehend unabhängig.

Inneneinrichtung Boot Fotostory von Redeleit und Junker
Bootsschraube Fotostory von Redeleit und Junker
Mann Acker Hand Fotostory von Redeleit und Junker
Ruderboot Fotostory von Redeleit und Junker - Boot und zwei Personen auf FlussVier spielende lachende Kinder Fotostory von Redeleit und Junker Dschungel Tempeltürme Fotostory von Redeleit und Junker Sonnenlicht Tempelanlage Fotostory von Redeleit und Junker
Mönch Kind Straße Fotostory von Redeleit und Junker
Buddha Wald Fotostory von Redeleit und Junker
Abwasch Dschungel Fotostory von Redeleit und Junker
Kind Sonnencreme Zaun Fotostory von Redeleit und Junker
Kinder spielen Straße Fotostory von Redeleit und Junker
Junge Mädchen spielen Pfütze Fotostory von Redeleit und Junker Mönche Waschtag Brunnen Fotostory von Redeleit und Junker
Berg moosbewachsene Tempel Fotostory von Redeleit und Junker

Sand und Fische – NgapalI Beach

Unser letzter Aufenthalt in Burma ist Ngapali-Beach. Wir fühlen uns unter den Touristen fremd. Es ist wunderschön hier, entspricht allen Bilderbuchvorstellungen eines Strandes und doch ist genau hier das Gefühl am stärksten, fremd zu sein. Man erkennt schnell, dass in näherer Zukunft viele weiteren Luxus-Hotels entstehen sollen und ich frage mich ob das kleine Fischerörtchen am Ende des Strandes bald den Planierraupen weichen muss.

Hier leben die Menschen ausschließlich vom Fischfang. Es herrscht ein ganz eigener Rhythmus, jeder hat seine Aufgaben und alle packen an. Die Männer fahren über die ganze Nacht auf See zum Fischen, die Frauen legen am nächsten Morgen den Fang zum Trocknen an den Strand. Hier findet der Arbeitsalltag am Strand statt.

Fischerboote Fotostory von Redeleit und Junker - Boot mit Menschen in Burma Männer ziehen Fischernetze Fotostory von Redeleit und Junker Frau trocknet Fische auf Netz Fotostory von Redeleit und Junker
Fischnetz Fische trocknen Fotostory von Redeleit und Junker
Fischnetz klopfen Stock Fotostory von Redeleit und Junker - Fischer
Rinder Strand Fotostory von Redeleit und Junker - Zugtiere und Einwohner in Burma Kinder Fahrrad Fotostory von Redeleit und Junker Bau Fischerboot Strand Palmen Fotostory von Redeleit und Junker Mädchen Kleid Sonnencreme Fotostory von Redeleit und Junker Männer Fußball Strand Fotostory von Redeleit und Junker
Strand Tempel Boote Fotostory von Redeleit und Junker
Mann baut Boot Fotostory von Redeleit und Junker
Palmen in Myanmar von Redeleit und Junker
Mönche holen Wasser Fotostory von Redeleit und Junker Lachende Kinder Fotostory von Redeleit und JunkerFrauen Fischenetze Fotostory von Redeleit und Junker Mann Sohn Fischerboot Fotostory von Redeleit und Junker
Stelzenhäuser Wasser Fotostory von Redeleit und Junker
Enge Gasse Sand Fotostory von Redeleit und Junker
Geschwister Fotostory von Redeleit und Junker

Zurück in Deutschland umgibt uns ein seltsames Gefühl. Es ist still. Nicht diese heilige Stille, fast ein bisschen „totenstill“. Nachdem für uns in den letzten Wochen das Leben draußen stattgefunden hat, umgeben von lebensfrohen Menschen, vielen Tieren und teils unberührter Natur, wirkt hier alles so steril. Hier wird drinnen gelebt, das Privatleben gepflegt. Ein wenig bodenlos fühlen wir uns die ersten Tage, prallen doch in uns die extrem unterschiedlichen Eindrücke verschiedener Welten aufeinander.

Kein Land hat bisher auf mich friedlicher gewirkt, und doch existiert teils im Hintergrund verborgen, teils ganz offen erlebbar extreme Ungerechtigkeit. Die Reise hat mich tief bewegt, und ich hoffe das der Wandel den Menschen ein Stück Freiheit zurückschenkt, aber als Land seinen Glauben und die Ursprünglichkeit behält.

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